Wirtschaftsstrafrecht

 

Wirtschaftsstrafrecht ist ein gängiger, aber nicht einheitlich verwendeter Begriff. Umfasst werden auf jeden Fall Straftaten von Unternehmensangehörigen im Zusammenhang mit der Ausübung ihres Berufes. Neben den, aufgrund der berufs- und zum Teil dienst- und approbationsrechtlichen Implikationen, als Spezialgebiete zu betrachtenden Bereichen des

stellen sich unsere Leistungen stellen sich wie folgt dar:

(Bitte folgen Sie den Links, um jeweils Näheres zu erfahren.)

 

Unsere Strafverteidiger und Anwälte im Wirtschaftsstrafrecht sind:

 

Dr. Th. Alexander Peters

Rechtsanwalt

Fachanwalt für Medizinrecht

Fachanwalt für Strafrecht

Jürgen Conradi

Rechtsanwalt

Direktor d. AG a.D.,

Ex-Staatsanwalt

 

Hans-Peter Ludwig

Rechtsanwalt,

ehem. Singularzulassung am OLG

 

Caren Baumbach

Rechtsanwältin

 

 

Hans-Peter Ludwig,
 Rechtsanwalt

Unsere Strafverteidiger können Sie telefonisch über jede dieser Telefonnummern erreichen:

Kanzlei Düsseldorf

0211-3015956

Kanzlei Koblenz

0261-133378-0

Kanzlei Köln

0221-94060-40

Kanzlei Berlin

030-34663097-8

Kanzlei Frankfurt

069-2691355-6

Kanzlei München

089-4111847-11

Unsere bundesweite Strafverteidiger-Notrufnummer bei Durchsuchung und Verhaftung (außerhalb der Geschäftszeiten) lautet: ☏ 0171-4649944

 

 

Compliance

 

Die Präventivberatung der Unternehmensleitung dient der  Vermeidung strafrechtlicher Haftungrisiken im Unternehmen (Compliance).

Quasi auf Zuruf des BGH mit Urteil vom 18.2.2004, in dem es heißt, dass nur durch die Anwendung strafrechtlichter Zwangsmaßnahmen das Bewußtsein dafür geschäft werden kann, dass sich strafbare Geschäfte nicht lohnen und es wirtschaftlich sinnvoller ist, wirksame Kontrollmechanismen zur Verhinderung von Straftaten einzurichten, spezialisieren sich die Staatsanwaltschaften zunehmend auf die Verfolgung von Wirtschaftsstraftaten und richten Schwerpunktdezernate mit polizeilichem Unterbau ein.

Die Pflicht zur Einführung solcher Kontrollmechanismen statuiert § 130 OWiG. Nach dieser Norm müssen im Ergebnis alle Unternehmen angemessene Compliance-Regelungen treffen, um Pflichtverstößen der Mitarbeiter vorzubeugen.

Es ist ein System unternehmerischen Risikomanagements zu etablieren, mithilfe dessen Risikobereiche identifiziert und gesichert werden, in denen im jeweiligen Unternehmen leicht gegen Vorschriften verstoßen wird. Der Aufbau eines solchen Compliancesystems muss sich an den jeweiligen Bedürfnissen, d.h. Risikostrukturen des Unternehmens orientieren, die zunächst zu analysieren sind. Alsdann sind maßgeschneiderte Vorschriften zu etablieren, deren Einhaltung durch klar definierte Verantwortlichkeiten vereinfacht und - teils wiederholte - Schulungen gefördert wird. Hierbei unterstützen wir Sie.

 

Das Unterlassen der Umsetzung solcher Regelungen stellt nach dem Willen des Gesetzgebers einen zu sanktionierenden Tatbestand dar, der Geldbußen von bis zu 1 Million Euro zur Folge haben kann.

Besteht der  Verdacht einer Ordnungswidrigkeit oder Wirtschaftsstraftat, so stehen den Strafverfolgern Zwangsmaßnahmen wie Verfall, Gewinnabschöpfung, Vermögensabschöpfung und Geldbußen, deren Höhe bis zu 10% des Jahresumsatzes des betroffenen Unternehmens betragen, zur Verfügung, aufgrund derer sich die Verfolgung von Wirtschaftsstraftaten auch für den Staat finanziell lohnt. So beschäftigt beispielsweise allein die Finanzkontrolle Schwarzarbeit über 6.500 Mitarbeiter, deren Einsatz sich wirtschaftlich rechnet.

 

Im Bereich der Compliance planen wir außerdem die Überführung schädigender Mitarbeiter und wirken hieran mit.

 

 

Strafverteidigung im Unternehmensstrafrecht / Unternehmensordnungswidrigkeitenrecht

 

Wir verteidigen Unternehmensinhaber, Geschäftsführer und Vorstände in Verdachtslagen, die aus ihrer beruflichen Tätigkeit resultieren.

Das Wirtschaftsstrafrecht umfasst neben der klassischen Verteidigung durch die Strafverteidiger (Fachanwalt für Strafrecht) der Kanzlei Dr. Peters & Partner auch die Verteidigung bei Anschuldigungen aus dem Ordnungswidrigkeitenrecht. Solche Anschuldigungen können die vitalen Interessen des Unternehmens selbst erheblich mehr gefährden, als manche Straftaten. So hat die Staatsanwaltschaft bzw. das Gericht die Möglichkeit, das Unternehmen für Fehlverhalten seiner Organe abzustrafen und Geldbußen im Millionenbereich zu verhängen, die von den persönlich Betroffenen überhaupt nicht geleistet werden könnten. Hier ist es Aufgabe des Verteidigers, Strategien zu entwickeln, die geeignet sind, solche Gefährungslagen einzudämmen.

Außerdem erfolgt gerade im Korruptionsstrafrecht die Abschöpfung unzulässig erlangter Vorteile und unrechtmäßig erzielter Umsätzen über vorläufige Sicherungsmaßnahmen der Staatsanwaltschaft und über Geldauflagen immer häufiger. Die einschneidende Maßnahme des sog. Verfalls, bei dem der Umsatz und nicht der unrechtmäßig erzielte Gewinn eingezogen wird, kann durchaus das Ende des Unternehmens zur Folge haben. Auch hier sehen wir es als unsere Aufgabe an, durch eine - ggf. mögliche - frühzeitige Ausräumung von Verdachtsmomenten die Anordnung des Verfalls zu verhindern oder wenigstens der Höhe nach einzuschränken.

 


Korruptionsstrafrecht (Vorteilsannahme und Bestechlichkeit / Vorteilsgewährung und Bestechung)
 

Das Antikorruptionsgesetz von 1997 folgte der politischen Leitlinie, transparente Entscheidungsfindungen im Wirtschaftsleben zu fördern und Milliardengräber auszuheben. Seitdem kann bereits die Einladung zum Geschäftsessen den Rahmen des Sozialüblichen sprengen, mit der Folge der Strafbarkeit aller Beteiligten. Aber auch die notwendige und gewollte Drittmittelforschung leidet unter der weiten Auslegung der entsprechenden Straftatbestände.

Die Präventivberatung von Klinken und Unternehmen und die Erstellung von Forschungs- und Entwicklungsverträgen durch die Kanzlei Dr. Peters & Partner, schützen vor dem Risiko gerechtfertigter Verfolgung.

Im Rahmen der Strafverteidigung ist mitunter erforderlich, die Charakteristika von teilweise erlaubten Provisionen gegenüber denen einer verbotenen Schmiergeldzahlung herauszuarbeiten.

Kommt nur noch eine Strafmaßverteidigung in Betracht, so ist gerade bei Beamten zu beachten, dass Sanktionen unweigerlich Dienstordnungsverfahren zur Folge haben, deren Folgen gravierender sein können als eine im Strafverfahren verhängte Strafe. Hier muss mit Bedacht die richtige Verteidigungsstrategie gewählt werden.

 

Wettbewerbsverstöße

Wettbewerbsverstöße führen jedes Jahr zu Milliardenschäden, unabhängig davon, ob klassische Industriespionage betrieben wird oder bspw. Patente verletzt werden. Neben den Einwirkungsmöglichkeiten des Wirtschaftszivilrechts können sich betroffene Unternehmen auch staatsanwaltschaftlicher Hilfe bedienen, um weiteren Verletzungen entgegenzuwirken. Das Wettbewerbsstrafrecht hat entsprechende Sanktionen geschaffen.

Die Rechtsanwälte der Kanzlei Dr. Peters & Partner vertreten zum einen betroffene Unternehmen und entwickeln zusammen mit der Geschäftsführung Strategien zur Überführung von schädigenden Mitarbeitern, um so auch deren folgende außerordentliche Kündigung vorzubereiten, zum anderen verteidigen wir denjenigen, dem wettbewerbswidriges Verhalten vorgeworfen wird.

 

Außenhandelsstrafrecht

Mit der starken Exportausrichtung der deutschen Wirtschaft geht eine Intensivierung von Verfahren im Bereich des Außenwirtschaftsstrafrechtes einher. So hat bspw. zunächst der Außenhandel mit dem Irak zu unangenehmen Folgen für viele Unternehmen geführt. Doch auch nach einer Entschärfung des Außenhandelsstrafrechtes im Embargobereich stellt sich oftmals noch die Frage des „dual use“ der exportierten Ware.

 

Insolvenzstrafrecht

Insolvenzstrafverfahren stellen quantitativ mit jährlich rund 10.000 Strafverfahren gegen (faktische) GmbH-Geschäftsführer den Kern des Wirtschaftsstrafrechts dar.
Geschäftsführer, die einen Großteil Ihres Privatvermögens zur versuchten Rettung des Betriebes einsetzen und stets die Interessen des Unternehmens verfolgen, fühlen sich oftmals zu Unrecht mit einer Vielzahl insolvenzstrafrechtlicher Vorwürfe konfrontiert.

Oberstes Ziel der Verteidigung in solchen Verdachtslagen ist – wenn der Tatvorwurf nicht ausgeräumt werden kann - die strafrechtliche Haftung des Geschäftsführers auf Delikte zu beschränken, die ihm auch in Zukunft die Geschäftsführungstätigkeit ermöglichen und ihn von der persönlichen Gläubigerhaftung freizustellen.

 

Steuerstrafrecht - Verteidigung gemeinsam mit Ihrem Steuerberater

Bestens geschulte Steuerfahnder, die Möglichkeit des elektronischen Datenabgleichs und auf dubiosen Wegen erlangte ausländische CDs mit den Namen von Kontoinhabern helfen, zunehmend Steuersünder aufzuspüren.

Steuerstrafverfahren wurden einst mit den medienwirksamen Durchsuchungen bei Großbanken in der Öffentlichkeit bekannt, zumal steuerstrafrechtliche Verfahren auch gegen Anleger und Bankkunden eingeleitet worden sind. Weitere Verfahren gegen in der Öffentlichkeit stehende Personen folgten, sämtliche wurden medial wirksam begleitet.

Gerade für Beamte und Freiberufler haben Steuerstrafverfahren mit Verurteilung - neben der Strafe und den Rückforderungen des Finanzamtes, die den hinterzogenen Betrag oftmals um ein Vielfaches übersteigen – die manchmal existenzbedrohende Nebenfolge einer berufsrechtlichen oder dienstordnungsrechtlichen Verfahrens, in dem die Eignung des Betroffenen für seine Tätigkeit hinterfragt wird.

In der Regel erfährt der von solchen Verfahren Betroffene vom Steuerstrafverfahren erst durch die - oftmals gleichzeitige - Durchsuchung seiner Wohnung und Arbeitsstätte. Die Steuerfahndung zeichnet sich auch hier durch Befugnisse aus, die zum Teil über die der Polizei und Staatsanwaltschaft hinausgehen.

Schon während der Durchsuchung sollte trotz des erheblichen psychischen Drucks Ruhe bewahrt und unmittelbar ein versierter Verteidiger hinzugezogen werden, der das Verfahren diskret und mit dem nötigen Einfühlungsvermögen betreut; vor allem, dem Steuerfahnder gegenüber deutlich macht, dass alle seine Tätigkeiten überprüft werden.

Die Einigungsbereitschaft auf Seiten der Finanzverwaltung, Verfahren durch „tatsächliche Verständigung“ zu beenden, sollte taktisch stets gefördert werden.

Die Strategien erarbeiten wir mit Ihnen und Ihrem Steuerbeater, solange die Steuerfahndung die sichergestellten Unterlagen auswertet.

 

 

Strafverteidigung im Arztstrafrecht und Medizinstrafrecht

 

Das Rechtsgebiet des Arztstrafrechts und Medizinstrafrechts umfasst bei uns die Verteidigung von Ärzten, Zahnärzten, Psychotherapeuten, Apothekern und anderen Leistungserbringern im Gesundheitswesen.


Das Arzt- und Medizinstrafrecht wird ganz überwiegend bestimmt von Verfahren wegen

 

»

Körperverletzung oder (zumeist fahrlässiger) Tötung aufgrund von Behandlungsfehlern oder Aufklärungsmängeln sowie

»

Abrechnungsbetruges und Korruption im Gesundheitswesen.

 

Doch werden im Rahmen der beruflichen Tätigkeit immer häufiger Vorwürfe laut wegen

 

»  Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz (Suchtmittelsubstitution),

»  unterlassener Hilfeleistung,

»  sexuellen Mißbrauchs im Behandlungsverhältnis,

»  Ausstellens unrichtiger Gesundheitszeugnisse und

»  Verstoßes gegen die ärztliche Schweigepflicht,

»  Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz,

»  Verstoßes gegen das Transplantationsgesetz (Organspende),

 

Die Strafverteidigung erfordert neben einer realistischen Einschätzung der Situation mit Blick auf ggf. drohende zulassungs- und berufs- bzw. approbationsrechtliche Verfahren ein qualifiziertes und geübtes Handeln, einhergehend mit dem Blick für notwendiges kompromissloses Engagement und gebotene Zurückhaltung. Der drohenden beruflichen und persönlichen Existenzvernichtung des Mandanten ist unbedingt entgegenzuwirken. Dabei gilt es im Arztstrafverfahren nach Möglichkeit, eine öffentliche Hauptverhandlung mit großer Medienwirkung zu vermeiden; denn selbst im Falle eines Freispruchs wären gesicherte Scheinzahlen der Praxis und die Bettenbelegung der Klinik gefährdet.

 

Mit  Rechtsanwalt Dr. Peters finden Sie bundesweit einen der wenigen ausgewiesenen Spezialisten für die Verteidigung im Arztstrafrecht, der als Fachanwalt für Strafrecht und Fachanwalt für Medizinrecht mit  fast zwei Jahrzehnten nachhaltiger praktischer und wissenschaftlicher Tätigkeit im Arztstrafrecht auf reiches Erfahrungswissen zurückgreifen kann.

Zuletzt ist  im Verlag Beck unter seiner Mitwirkung die Monographie "Arztstrafrecht" erschienen, die maßgeblich der Fortbildung der im Arztstrafrecht tätigen Rechtsanwälte dient. Veröffentlichungen und Vorträge zum Thema des Arztstrafrechts - von denen Sie einige in dem Kapitel „Wir über uns“ finden - begleiten seine Tätigkeit als Verteidiger und Berater.

 

 

Verteidigung in Behandlungsfehlerverfahren

Den Beschuldigten wird vorgeworfen, durch ärztliches Fehlverhalten den Tod oder eine Körperverletzung des Patienten verursacht zu haben. Neben sog. zivilrechtlichen Schadensersatzverfahren ermittelt die Staatsanwaltschaft oft zeitgleich. Wenn sich der Vorwurf auf eine ausgebliebene ärztliche Behandlung richtet, heißt es hierzu in den polizeilichen Vorladungen - oft rechtlich fehlerhaft - „Körperverletzung durch unterlassene Hilfeleistung“.

Die erfolgreiche Verteidigung in solchen Verdachtslagen erfordert neben der richtigen Taktik, dass sich der Strafverteidiger in die medizinische Materie einarbeitet; denn nicht zuletzt wird das Verfahren vom Sachverständigen entschieden. Hier gilt es, durch qualifizierte Fragestellung und ggf. kritische Hinterfragung von Gutachten die verteidigte Behandlung ins rechte Licht zu rücken. Oftmals ist es auch notwendig, renommierte Sachverständige hinzuzuziehen, um so ein günstiges „Parteigutachten“ in das Verfahren einführen zu können.

Der Strafverteidiger in Arztstrafverfahren kann zur Verteidigung seines Mandanten oftmals auf bewährte Sachverständige zurückgreifen, die ihr Gutachten nicht nur qualifiziert sondern auch in der erforderlichen kurzen Zeit erstatten.

 

 

 

Strafverteidigung im Ermittlungsverfahren wegen Abrechnungsbetruges und Vorteilsannahme

Ermittlungsverfahren wegen Abrechnungsbetruges und Vorteilsannahme haben dem klassischen Bereich der arztstrafrechtlichen Haftung wegen nicht lege artis ausgeführter Eingriffe den Rang mancherorts längst streitig gemacht. Zur Ermittlung in diesen Verdachtslagen wurden bundesweit einige Sonderkommissionen der Polizei eingerichtet, seit Oktober 2014 hat bspw. der Bundesstaat Bayern drei Schwerpunktstaatsanwaltschaften eingerichtet, nämlich München I, Nürnberg-Fürth und Hof.

Bereits in der Vergangenheit führten tausende von Ermittlungsverfahren in vielen Fällen - nicht zuletzt wegen ungünstiger Verteidigungsstrategie - zu strafgerichtlichen Verurteilungen mit zum Teil hohen Freiheits- und (oder) Geldstrafen.

Strafverfahren wegen Abrechnungsbetruges betreffen zwar noch primär die Ärzte und Psychotherapeuten, zunehmend geraten jedoch auch andere Leistungserbringer wie Apotheker, Physiotherapeuten, Pflegedienste und Medizinproduktehersteller in das Visier der Ermittler.
 

Der Vorwurf des Abrechnungsbetruges beim Arzt umfasst aus Sicht der Staatsanwaltschaften maßgeblich folgende Varianten:

 

»

Abrechnung fingierter Leistungen (sog. Luftnummern) und Organisationsmissbrauch einer Praxisgemeinschaft,  sog. Gestaltungsmissbrauch (unzulässige Scheinzahlmehrung);

»

Abrechnung nicht persönlich erbrachter (wie bspw. jüngst die Abrechnung von Speziallaborleistungen als eigene Leistung) oder fehlerhaft delegierter Leistungen;

»

falsche gebührenrechtliche Bewertungen erbrachter Leistungen wie Wahl der höher bewerten Leistungsziffer, Leistungssplitting, Täuschen der Prüfstatistik;

»

konsequent unwirtschaftliche Behandlungen;

»

Nichtberücksichtigung von Rabatten, Boni und sonstigen Vergünstigungen („kick-back“);

»

unzulässige Budgeterweiterung durch Scheinpartner

 

Für den Arzt müssen vor dem gesetzlichen Hintergrund der §§ 197 a SGB V und 47 a SGB XI und § 81 SGB V, nach denen Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen Hinweisen auf mögliche Betrugsdelikte nachgehen müssen, die „Alarmglocken“ spätestens dann „läuten“, wenn die Plausibilitätskommission der KV ihn zur Stellungnahme aufgrund einer Auffälligkeit der Abrechnung auffordert, bspw. weil Zeitprofile auffällig sind oder über 20 resp. 30% gemeinsame Patienten in einer Praxisgemeinschaft festgestellt worden sind. Nun kann jedes falsche Wort in Bezug auf ein Regressverfahren als auch ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren schaden.

Beim Apotheker werden folgende Sachverhalte im Hinblick auf möglichen Abrechnungsbetrug verfolgt:

 

»

Berechnung des Originalrezepts bei Abgabe von Reimporten oder Nachahmerpräparaten,

»

Abrechnung nicht belieferter Rezepte,

»

Rezeptabrechnung ohne Warenausgabe oder Ausgabe nicht verschreibungspflichtiger Präparate an den Kunden,

»

konsequent unwirtschaftliche Behandlungen.

 

Gegen Physiotherapeuten sind Ermittlungsverfahren aufgrund folgender Vorwürfe anhängig:

 

»

unstatthafte Delegation (nicht qualifizierte Mitarbeiter),

»

Abrechnung von Luftleistungen, teils einschließlich Urkundenfälschungen,

 

 

 

 

Korruptionsstrafrecht

Das Antikorruptionsgesetz von 1997 folgte der politischen Leitlinie, transparente Entscheidungsfindungen im Wirtschaftsleben zu fördern und Milliardengräber auszuheben. Seitdem kann bereits die Einladung zum Geschäftsessen den Rahmen des Sozialüblichen sprengen, mit der Folge der Strafbarkeit aller Beteiligten. Aber auch die notwendige und gewollte Drittmittelforschung leidet unter der weiten Auslegung der entsprechenden Straftatbestände.

Die Präventivberatung von Klinken und Unternehmen, unsere Formulierungshilfen bspw. bei Forschungs- und Entwicklungsverträgen, schützen vor dem Risiko gerechtfertigter Verfolgung.

 

Nachdem der Große Senat des BGH in Strafsachen am 29.03.2012 entschieden hat, dass Vertragsärzte, die von einem Pharma-Unternehmen Vorteile als Gegenleistung für die Verordnung von Arzneimitteln dieses Unternehmens entgegennehmen, sich weder wegen Bestechlichkeit nach § 332 StGB strafbar machen (sie sind keine „Amtsträger“) noch wegen Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr nach § 299 Abs. 1 StGB (mangels Eigenschaft als „Beauftragter“ der Krankenkassen), sah sich die Politik zur erneuten Verschärfung des Korruptionsstrafrechts veranlasst.

Der Bundesrat hat zum Ende der letzten Legislaturperiode einen Gesetzentwurf zur Bekämpfung von Korruption im Gesundheitswesen eingereicht, der nicht mehr verabschiedet wurde. Dieser Entwurf sieht im Strafgesetzbuch einen neuen, eigenständigen Straftatbestand der Bestechlichkeit und Bestechung im Gesundheitswesen vor, der eine Regelstrafandrohung von bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe enthält.

Zukünftig soll eine Unrechtsvereinbarung zwischen Vorteilsnehmer und Vorteilsgeber im derzeit straffreien aber nicht berufsrechtlich zulässigen Raum bestraft werden können. Es werden Konstellationen erfasst in denen u.a. Pharmaunternehmen, Sanitätshäuser oder medizinische Labore einem Arzt absprachegemäß Vorteile gewähren, um eine bestimmte „pflichtwidrige Gegenleistung“ des Arztes zu erlangen. Entsprechend der Regelungen der jeweiligen ärztlichen Berufsordnung kann dies bspw. durch Bevorzugung bei der Verordnung von Arzneimitteln oder der Zuführung von Patienten oder Untersuchungsmaterial sein.

Es bleibt abzuwarten, wann das Gesetz beschlossen wird. Wird es in Kraft treten, so hat sich der Arzt neben dem berufs- oder approbationsrechtlichen Verfahren im Strafverfahren zu verteidigen. Ebenso werden die Vorteilsgeber und deren Mitarbeiter erstmals in Bezug auf an Vertragsärzte gerichtete Vorteile strafbar machen können.

 

 

 

Strafverteidigung von Rechtsanwälten und Insolvenzverwaltern

Die Strafverteidigung von Rechtsanwälten stellt keinen Spezialbereich im Strafrecht dar. Darüber hinaus wäre es von seiner Ausbildung her jedem Rechtsanwalt möglich, seine Verteidigung selbst zu führen.

Doch unabhängig von dem Umstand, dass gerade die maßgeblich im Zivilrecht tätigen Kollegen das Strafrecht oft (zurecht) scheuen, gilt in aller Regel das alte juristische Sprichwort: Wer sich selbst vertritt, hat einen Narren zum Mandanten. Dieses Sprichwort hat seine Berechtigung, weil - aus Sicht des von einem Ermittlungsverfahren betroffenen Rechtsanwaltes - die für die erfolgreiche Verteidigung erforderliche Objektivität nicht vorhanden ist. Aus der Beschuldigteneigenschaft folgt zwangsläufig die eigene Befangenheit.

Die Übernahme der Verteidigung eines Berufskollegen und Rechtsanwalts erfordert die für uns selbstverständliche höchste Diskretion und Engagement, eine öffentliche Hauptverhandlung zu verhindern, bereits um den Ruf und die Kanzlei des Betroffenen nicht in Mitleidenschaft zu ziehen.

So ist es stets primäres Ziel der Verteidigung, eine Verurteilung in öffentlicher Hauptverhandlung zu vermeiden. Doch bereits ein Strafbefehl führt nach dem Regelment der MiStra zwangsläufig zur Kenntnis der Rechtsanwaltskammer und ist geeignet, berufsrechtliche Konsequenzen zu vergegenwärtigen, wenn der Vorwurf Achtung und Vertrauen eines Rechtssuchenden in einer für die Ausübung der Anwaltstätigkeit bedeutsamen Weise beeinträchtigt. Dies ist insbesondere bei Vermögensdelikten der Fall.

In solchen Verfahren ist es geboten, wenn sich die Kenntnis der Kammer aufgrund einer Anklage nicht vermeiden lässt, frühzeitig darauf hinzuwirken, dass es zur ultima ratio der anwaltsgerichtlichen Maßnahmen - der Ausschließung aus der Anwaltschaft - nicht kommt. Neben der Verteidigung im Strafverfahren ist es daher unser Bestreben, in geeigneten Fällen das anwaltsgerichtliche Verfahren abzuwenden. Ansonsten verteidigen wir Sie nachhaltig und kompetent im berufsgerichtlichen Verfahren vor dem jeweiligen Anwaltsgericht im Bezirk Ihrer Rechtsanwaltskammer.